4. August 2017

 

Deutschlandfunk

Starthilfe durch Obamacare

Keine Filialen, keine Ansprechpartner vor Ort, dafür umfangreiche Hilfe per Smartphone-App: Die US-Krankenkasse Oscar mischt den amerikanischen Versicherungsmarkt auf und macht sich trotz Trump-Regierung wenig Sorgen um die Zukunft.

"Jeder, der hier reinläuft und die Welt von Krankenhäusern und Versicherungen kennt, der sagt, dass hier eine ganz andere Energie herrscht". Mario Schlosser ist CEO von Oscar, einer Krankenkasse, die sich anfühlt wie ein Technologie-Start-up. Schlosser führt seine Besucher durch den Firmensitz im New Yorker Szeneviertel Soho, ein Loft mit Holzfußboden, weißen Wänden, roten Heizungsrohren und Pingpong-Tischen.

Schlosser ist Informatiker, kommt ursprünglich aus Hessen, studierte an den Edeluniversitäten Stanford und Harvard und gründete Oscar 2012. Das Ziel: Oscar soll eine Krankenkasse mit Erlebniswert sein, eine Krankenkasse, die so einfach funktioniert wie ein Musikstreaming-Dienst.

 

 
 

20. Juli 2017

 

Jüdische Allgemeine

Löcher im sozialen Netz

In einer Klinik in Atlanta behandeln Zahnärzte ehrenamtlich Patienten, die sich keine Krankenversicherung leisten können

Auf dem kleinen Parkplatz vor dem einstöckigen, beige-grauen Gebäude an der belebten 14. Straße ist kaum ein Quadratmeter Asphalt frei. Im Wartezimmer sitzen die Patienten dicht gedrängt, auch jede der 16 Behandlungskabinen ist besetzt. Ob Karies oder Kronen, Wurzelbehandlung oder Weisheitszähne, Gebiss oder Implantat: Hier in der Ben-Massell-Klinik in der Innenstadt von Atlanta gibt es Hilfe für fast jedes Zahnleiden. Ein ganz normaler Vormittag – aber keine normale Zahnarztpraxis.

»Bei uns bekommen bedürftige Menschen ohne Krankenversicherung eine kostenlose und hochwertige Zahnbehandlung«, sagt Klinikdirektor Keith Kirshner. Die Dienstleistung der Ben-Massell-Ambulanz, vor 106 Jahren von einer Gruppe jüdischer Zahnärzte gegründet, könnte demnächst noch stärker gefragt sein, als es bereits heute der Fall ist.

 

 

8. Juli 2017

 

Der Tagesspiegel

Eine Krankenkasse zwischen Obama und Trump

Das New Yorker Startup Oscar mischt den US-Versicherungsmarkt auf. Der Chef ist ein Deutscher mit gutem Draht ins Weiße Haus.

Mario Schlosser ist es gewohnt, Besucher durch seine Firma zu führen. Er schlendert lässig durch die sechste Etage eines wuchtigen Backsteinbaus im New Yorker Viertel Soho, durch ein Büro-Loft mit weißen Wänden und hohen Decken und gelben Stühlen. Zwischen Ping-Pong-Tischen und Cafeteria sitzen junge Menschen mit großen Kopfhörern vor silberfarbenen Laptops.

Was sich anfühlt wie ein Technologie-Startup, ist tatsächlich: eine Krankenkasse. „Jeder, der die Welt von Versicherungen kennt, sagt, dass bei uns eine ganz andere Energie herrscht“, sagt Schlosser, eine Hand in der Tasche seiner Jeans.

Oscar – so heißt die fröhliche Firma – mischt seit 2012 den amerikanischen Versicherungsmarkt auf. Es gibt keine Makler, keine Vertreter, keine Filialen; der Kontakt mit den Versicherten ist digital, interaktiv, nutzerfreundlich. Es ist eine Krankenkasse, die offenbar keine Angst vor einer möglichen Abschaffung von Obamacare hat, dem Gesundheitsgesetz des früheren Präsidenten.

 

 

7. Juli 2017

 

Die Welt

US-Forscher entwickeln die ultimative Sonnencreme

Wissenschaftler haben einen Wirkstoff gefunden, der die Haut bräunt und den körpereigenen Schutz gegen UV-Strahlung aktiviert. Die Sonnencreme der Zukunft könnte auch bei Pigmentstörungen helfen.

Die Sonnencreme der Zukunft sorgt für eine sanfte, gleichmäßige Bräune, ohne weiße Streifen oder rote Flecken wie nach einem ausgedehnten Urlaub am Meer – selbst dann, wenn man tatsächlich bei Dauerregen zu Hause war. Die Rede ist nicht vom Sommerteint aus der Sprühdose. Sondern von einem medizinischen Produkt, das die körpereigene Pigmentproduktion anregt, einer Bräune von innen also.

„Dies ist keine künstliche Bräune“, versichert David Fisher, Chefdermatologe am renommierten Massachusetts General Hospital in Boston, im Gespräch mit der WELT. „Sie ist echt, aber ohne Sonnenstrahlen entstanden.“

 

 

28. Juni 2017

 

Der Tagesspiegel

Jenseits der Schmerzgrenze

Es fing an mit einem gestauchten Halswirbel, Patient 279 brauchte Medikamente – und wurde süchtig. Er ist das Opfer einer Epidemie, 
die in den Vereinigten Staaten wütet
 und so viele Menschen an Drogen sterben lässt wie nie zuvor

Wenn Patient Nummer 279 an das Fenster für die Medikamentenausgabe tritt und die Krankenschwester ihm ein Plastikfläschchen mit einer leuchtend orangefarbenen Flüssigkeit reicht, dann ist das wie ein kleines, gut eingespieltes Ritual. Ein paar freundliche Worte – über die bleischwere Hitze, die sich wie jedes Jahr ab Juni lähmend über das Land legt. Über das Baseball-Spiel in Atlanta am Abend zuvor, das fast vier Stunden dauerte. Über die Politik im fernen Washington. Worüber man so redet in Chatsworth, Georgia, einer Stadt mit 4300 Einwohnern unweit der Grenze zu Tennessee.

Patient 279  ist drogenabhängig. Er ist eines von vielen Gesichtern der Opioid-Epidemie, die seit der Jahrtausendwende in den Vereinigten Staaten wütet.