1. Dezember 2017

 

Die Welt

Neu im Angebot: Schwanger in den Wechseljahren

Jede Frau verfügt über einen begrenzten Vorrat an Eizellen, der mit der Menopause verbraucht ist. Das muss nicht sein, versprechen nun einige Ärzte. Und berichten von einer wundersamen Neubildung von Eizellen.

Konstantinos Pantos ist guter Dinge an diesem Nachmittag. Er habe gerade eine E-Mail von einer Patientin aus Brasilien bekommen, erzählt der Arzt. Die Frau, Anfang 40, hatte sich in den vergangenen Jahren bereits fünfmal einer In-vitro-Fertilisation (IVF) unterzogen. Ohne Erfolg. Aber jetzt, nach einem Besuch in Pantos’ Praxis in Athen, könne sie endlich vermelden, dass sie schwanger ist.

Eine Erfolgsgeschichte, die kaum nachzuprüfen ist. Eine perfekte Werbung für die Methode, mit der Konstantinos Pantos in seiner Branche gerade für Erstaunen sorgt. Pantos glaubt, einen Weg gefunden zu haben, mit denen er die Eierstöcke von Frauen verjüngen kann. Mit diesen verjüngten Eierstöcken sollen auch Frauen, die schon in den Wechseljahren sind, noch schwanger werden können. Vielleicht sogar Frauen, die die Wechseljahre schon hinter sich haben.

 

 

27. November 2017

 

Deutschlandfunk

Das Studium der Gottlosen

Die USA werden immer säkularer: Knapp ein Viertel der US-Amerikaner fühlt sich keiner Religion mehr zugehörig, unter den Jüngeren sind es sogar 35 Prozent. Universitäten antworten jetzt auf diesen Trend: mit Lehrstühlen für Atheismus und Studiengängen zu Säkularismus und Humanismus.

Phil Zuckerman will nicht über die Existenz oder Nicht-Existenz von Gott diskutieren. Als Soziologe beschäftigt er sich vielmehr damit, wie Religionen das Leben von Menschen beeinflussen.

Dabei sei ihm klar geworden, dass es eigentlich keine Forschung über nicht-religiöse Menschen gibt, über Atheisten, Agnostiker oder säkulare Humanisten. Keine akademische Disziplin, die sich der Gedankenwelt eines wachsenden Teils der Menschheit widme. Das wollte Zuckerman ändern.

 

 
 

20. November 2017

 

Deutschlandfunk

Sexueller Verfolgungswahn auf dem Uni-Campus

Die linksliberale amerikanische Feministin Laura Kipnis hat ein ebenso brillantes wie umstrittenes Buch über die amerikanische College-Kultur geschrieben. "Unwanted Advances", zu Deutsch: Unerwünschte Annäherungsversuche, liest sich wie eine Vorrede zu der "MeToo"-Debatte. 

Jeden Tag macht ein neuer Fall von sexueller Belästigung Schlagzeilen, outen sich mehr Frauen als Opfer sexueller Übergriffe. Die "MeToo"-Welle ist aus den USA in die Welt geschwappt. Wer Einspruch wagt, bekommt den moralischen Furor der sozialen Medien zu spüren. So auch Laura Kipnis. Sie sagt: Das Problem der "MeToo"-Kampagne sei die Behauptung, dass es bei sexueller Belästigung stets um männliche Machtausübung gehe. "Das führt dazu, dass Frauen Männer oft für mächtiger halten als sie es tatsächlich sind."

 

 
 

12.11.2017

 

Welt am Sonntag

Die Familie, die Amerika süchtig machte

Die Pharmadynastie Sackler produziert mit OxyContin ein Medikament, das ursprünglich Schmerzen stillen sollte, tatsächlich aber als Rauschmittel auf Rezept genutzt wird. Nun sind Millionen Amerikaner abhängig.

Am Anfang war ein Hexenschuss. Coralee, 32, Erzieherin in einem Kindergarten, hatte sich bei der Arbeit verhoben. Sie ging in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses, 25 Meilen von dem 400-Seelen-Nest im Süden des US-Bundesstaates Georgia entfernt, wo sie mit ihrem Mann und zwei Kindern lebt.

Der Arzt verschrieb ihr ein paar Tage Ruhe und 30 Pillen OxyContin, ein morphinhaltiges Schmerzmittel. Das half ihr, wieder gerade zu gehen, und auch sonst fühlte sie sich leichter. „Irgendwie sorgenbefreit“, sagt sie. Das ist jetzt drei Jahre her. Seitdem gehören die „Oxys“, wie sie die Pillen nennt, zu ihrem Leben.

 

 

24. Oktober 2017

 

Deutschlandfunk

Die betäubte Nation

Es begann in den 90ern, als in den USA plötzlich viel mehr Schmerzmittel verschrieben wurden. Heute wütet dort eine Opioid-Epidemie, vor allem auf dem Land. Knapp 100 Menschen sterben täglich an einer Überdosis von Schmerzmitteln. Damit sich das ändert, müssten Ärzte und Pharmaindustrie umdenken.

Angstattacken, Kreislaufkollaps, Herzstillstand: Menschen, die mit schweren Entzugserscheinungen oder einer Drogen-Überdosis in die Notaufnahme eingeliefert werden, gehören zum traurigen Alltag in Baxley, einer Kleinstadt mit gut 4.000 Einwohnern im Südwesten des Bundesstaates Georgia. Und nicht nur in Baxley ist das so, an vielen anderen Orten in den USA ist es ähnlich.

Knapp 100 Menschen sterben jeden Tag an der Opioid-Epidemie, die seit der Jahrtausendwende in Amerika wütet. Opioide, das sind morphinhaltige Substanzen wie Heroin, aber auch Schmerzmittel wie Oxycodon, Hydrocodon und das Betäubungsmittel Fentanyl, dessen Suchtpotenzial 50 bis 100 Mal höher ist als Heroin.