19. Mai 2018

 

Deutschlandfunk

Vereint im Anti-Drogen-Kampf

Strafzölle gegen die einen, Mauer gegen die anderen - China und Mexiko sind Donald Trumps wirtschaftliche "Lieblingsfeinde". Doch im Kampf gegen illegale synthetische Opioide arbeiten die drei Länder intensiv zusammen. Zum Beispiel, um neuen Drogenvertriebswegen beizukommen.

Die Notaufnahme im Grady Memorial Hospital in Atlanta, dem größten öffentlichen Krankenhaus im US-Bundesstaat Georgia. Wenn Dr. Brent Morgan seine Schicht antritt, kann er sicher sein: Er wird mindestens einen Patienten mit einer Drogen-Überdosis behandeln. Und auch das Ergebnis der Urintests kann der Arzt meistens vorwegnehmen: Mehr und mehr Patienten testen positiv auf Fentanyl. Das ist ein besonders potentes Opioid, eine morphinhaltige Substanz. Das Suchtpotenzial von Fentanyl ist 50 Mal höher als das von Heroin. Es kommt in der Humanmedizin als Narkosemittel zum Einsatz, wird aber immer öfter illegal hergestellt, mit Kokain, Amphetaminen und Heroin gemischt und auf dem Schwarzmarkt verkauft.

In den USA wütet seit Jahren eine Opioid-Epidemie. 64.000 Menschen starben 2016 an einer Drogen-Überdosis, ein Rekord. Jetzt habe die Krise eine neue Phase erreicht, sagt Lawrence Scholl von der US-Gesundheitsbehörde CDC. Heute sind synthetische Opioide, vor allem Fentanyl und seine chemischen Verwandten, für die Mehrzahl der Drogentoten verantwortlich.

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18. Mai 2018

 

SPIEGEL online

Was Airlines bei medizinischen Notfällen tun

Jeden Tag gibt es Hunderte medizinischer Notfälle an Bord von Flugzeugen - und es werden mehr. Nun gelangt in den USA der Fall einer nach einem Langstreckenflug verstorbenen 25-Jährigen vor Gericht.

Als Brittany Oswell zum letzten Mal mit ihrer Mutter telefonierte, saß sie bereits im Flugzeug auf dem Airport von Honolulu auf Hawaii. Sie war guter Dinge, versprach, sich zu melden, sobald die Maschine in Dallas im US-Bundestaat Texas gelandet sei. Doch als sie fünf Stunden später dort ankam, konnte sie sich nicht melden. Die 25-Jährige war ohne Bewusstsein. Drei Tage darauf war sie tot, verstorben an den Folgen einer Lungenembolie.

Krankheit und auch Tod an Bord gehören zum Alltag in der Passagierluftfahrt. Der weltweit größte Anbieter notfallmedizinischer Beratung für Airlines ist MedAire. Er leistet etwa 150-mal am Tag Hilfe bei der Notversorgung in der Luft. Branchenschätzungen gehen gar von weltweit 350 Notfällen pro Tag aus.

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6. Mai 2018

 

Welt am Sonntag

„Ich habe schlechte Nachrichten für Rassisten“

Genforscher David Reich untersucht Unterschiede zwischen Volksgruppen. Er sagt, eine „reine“ menschliche Population existiere nicht. Genetische Unterschiede zwischen Populationen gebe es aber schon.

Warum erkranken Afroamerikaner häufiger an Prostatakrebs als Weiße? Und warum ist Multiple Sklerose unter Weißen stärker verbreitet als unter Schwarzen? Die Antwort liegt im Erbgut. Der Zusammenhang zwischen genetischer Veranlagung für bestimmte Erkrankungen und der Zugehörigkeit zu der ein oder anderen Population ist unter Wissenschaftlern wenig umstritten.
Dennoch brach ein Entrüstungssturm los, als David Reich, Genetiker an der Harvard University, in der „New York Times“ zu einer neuen Debatte über den Begriff „Rasse“ – er setzt ihn in Anführungsstrichen – im Licht der genetischen Forschung aufrief.

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23. April 2018

Deutschlandfunk

Zwangsgeräumt

Der amerikanische Soziologe Matthew Desmond hat die Rolle von Wohnraum im Kreislauf der Armut erforscht. Für "Zwangsgeräumt" wurde er 2017 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet. Jetzt liegt sein verstörend authentischer Bericht über Verelendung und Profit in amerikanischen Städteauch auf Deutsch vor.

Die Geschichte beginnt mit einem Schneeball. Den wirft der 13-Jährige Jori auf ein vorbeifahrendes Auto und läuft dann ins Haus. Der Fahrer steigt aus, tritt wütend die Wohnungstür ein. Die Vermieterin setzt Joris Mutter Arleen mit ihren zwei Jungs auf die Straße. Es ist nicht das erste Mal, dass sie ihre Wohnung verlieren. Und es wird nicht das letzte Mal sein.
Das ist die hochsymbolische Eingangsszene von "Zwangsgeräumt". Das Buch von Matthew Desmond, Soziologe an der Princeton-Universität, erschien 2016 in den USA und wurde von der Kritik hochgelobt.

Im amerikanischen Rundfunk NPR erläutert Desmond seine Motivation. "Im Vergleich zu anderen prosperierenden Demokratien sind die Tiefe und das Ausmaß der Armut in Amerika einzigartig. Ich wollte das verstehen, und ich wollte vor allem verstehen, welche Rolle Wohnraum dabei spielt."

 

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9. April 2018

Die Welt

Trumps Drogen-Dilemma

Die USA werden von Heroin und synthetischen Opioiden überschwemmt. Die Drogenflut lässt der US-Regierung keine Wahl. Sie muss mit zwei Ländern kooperieren, die der Präsident zu Gegnern erklärt hat: Mexiko und China.

Atlanta - Die Zahl ist erschreckend hoch: 64.000 Menschen starben im Jahr 2016 an einer Drogenüberdosis in den USA. Die meisten waren abhängig von Opioiden – morphinhaltigen Schmerzmitteln, Heroin oder synthetischen Substanzen. Die Vereinigen Staaten stellen gut vier Prozent der Weltbevölkerung und verbrauchen 30 Prozent aller Opioide.
Die größte Chance für eine Eindämmung der Krise liegt US-Drogenexperten zufolge in einer Kooperation mit Mexiko und China. Das sind die Länder, aus denen die meisten illegalen Opioide nach Nordamerika kommen. Und die Länder, die zu den aktuellen Lieblingsfeinden von US-Präsident Donald Trump zählen. Die Grenze zu Mexiko will der Staatschef mit einer Mauer sichern, mit China befinden sich die USA in einem erbitterten Handelsstreit.
„Tatsächlich arbeiten wir eng mit Mexiko und China zusammen“, sagt James A. Walsh, Chef der Drogenkontrollabteilung im US-Außenministerium, im Gespräch mit WELT.

 

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