9. April 2018

Die Welt

Trumps Drogen-Dilemma

Die USA werden von Heroin und synthetischen Opioiden überschwemmt. Die Drogenflut lässt der US-Regierung keine Wahl. Sie muss mit zwei Ländern kooperieren, die der Präsident zu Gegnern erklärt hat: Mexiko und China.

Atlanta - Die Zahl ist erschreckend hoch: 64.000 Menschen starben im Jahr 2016 an einer Drogenüberdosis in den USA. Die meisten waren abhängig von Opioiden – morphinhaltigen Schmerzmitteln, Heroin oder synthetischen Substanzen. Die Vereinigen Staaten stellen gut vier Prozent der Weltbevölkerung und verbrauchen 30 Prozent aller Opioide.
Die größte Chance für eine Eindämmung der Krise liegt US-Drogenexperten zufolge in einer Kooperation mit Mexiko und China. Das sind die Länder, aus denen die meisten illegalen Opioide nach Nordamerika kommen. Und die Länder, die zu den aktuellen Lieblingsfeinden von US-Präsident Donald Trump zählen. Die Grenze zu Mexiko will der Staatschef mit einer Mauer sichern, mit China befinden sich die USA in einem erbitterten Handelsstreit.
„Tatsächlich arbeiten wir eng mit Mexiko und China zusammen“, sagt James A. Walsh, Chef der Drogenkontrollabteilung im US-Außenministerium, im Gespräch mit WELT.

 

Artikel lesen

4. April 2018

Deutschlandfunk

Motor für den Freiheitskampf

Die Ebenezer Baptist Church in Atlanta war die Heimatkirche von Martin Luther King Jr.. Auch 50 Jahre nach der Ermordung des Predigers und Bürgerrechtlers spielt sie in den USA eine wichtige Rolle. Der leitende Pastor, Reverend Raphael Warnock, hält Protest für wichtiger denn je.

"When I have to meet my day, I don't want a long funeral. And if you get somebody to deliver the eulogy, tell them not to talk too long [...], say that I was drum major for justice, say that I was a drum major for peace."
Wenn seine Zeit gekommen sei, dann wolle er keine lange Trauerfeier und keine ausschweifende Grabrede, sagte der Bürgerrechtsführer Martin Luther King Jr. am 4. Februar 1968. Der Redner solle einfach nur sagen, dass er ein Tambourmajor gewesen sei, der für Gerechtigkeit und Frieden getrommelt habe.
Zwei Monate später war King tot. Diese Predigt hatte er in der Ebenezer Baptist Church in Atlanta im Bundesstaat Georgia gehalten. In der Kirche, in der King aufwuchs. Die er als Pastor bis zu seinem Tod leitete. Die zur Keimzelle des Bürgerrechtskampfs wurde und in der Kings Trauerfeier stattfand. Ebenezer Baptist: die berühmteste schwarze Kirche in den USA.

 

Beitrag hören

26. März 2018

 

SWR

"Der vermeintliche Wahnsinn hat durchaus Methode"

Die deutsch-amerikanische Journalistin Katja Ridderbusch zu Gast in der Radiosendung "Leute" bei SWR1

Strafzölle und Russland-Affäre, der Kampf gegen Obamacare und das Personalkarussell im Weißen Haus, der Alltag in den Südstaaten der USA und mein Leben mit zwei Pässen und in zwei Heimatländern: Um all das und mehr ging es in meinem Gespräch mit Moderator Wolfgang Heim in der SWR1-Radiosendung "Leute" am 14. März in Stuttgart.

 

Video-Podcast anschauen

17. März 2018
Die Welt

Ich, einfach verbesserlich

Larry Smarr hat einen digitalisierten Körper, er vermisst seinen Darm, seinen Blutdruck, seine Hormone. Er plante sogar seine eigene Operation. Heute hat er weltweit Jünger, die sich penibel selbst überwachen.

Irgendetwas piept, summt oder brummt eigentlich immer an Larry Smarr. Unter der Haut trägt der 69-Jährige einen Sensor, der ständig seinen Blutzuckerspiegel aufzeichnet. Ein Fitbit misst Puls, Blutdruck und Aktivitätspegel. Ein anderes Armband überwacht seinen Schlaf: Einschlafphase, Tiefschlafphase, Traum- oder REM-Schlaf. Ein Sensor am Handgelenk erfasst seine arterielle Sauerstoffsättigung.
Jeden Morgen stellt sich Smarr auf eine digitale Waage, die sein Gewicht ins Internet funkt. Er nimmt eine Stuhlprobe, friert sie ein und bringt sie nach ein paar Tagen zusammen mit weiteren Proben ins Labor. Bevor er etwas isst, gibt er die Zutaten seiner Mahlzeiten in eine Smartphone-App ein, die daraus seine Nährstoffzufuhr errechnet. Und dann macht er seine Ergebnisse öffentlich, alles im Dienst der Wissenschaft, wie er sagt.

 

Artikel lesen

12. März 2018

 

Deutschlandfunk

Eine amerikanische Tragödie

Rasse und Rassismus sind das Lebensthema des afroamerikanischen Journalisten Ta-Nehisi Coates. In seiner Essaysammlung "We were eight years in power" vertritt er die These, die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten sei die Rache des weißen Amerika für die Ära Obama.

Es gebe kein schwarzes und kein weißes Amerika, kein Amerika der Latinos oder der Asiaten, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika, rief Barack Obama in seiner berühmten Rede auf dem Parteitag der Demokraten 2004. Vier Jahre später wurde er ins höchste Staatsamt gewählt. Der erste schwarze Präsident der USA. Einer, der versprach, das Land zu versöhnen. Doch vom Ende her liest sich die Geschichte anders, schreibt Ta-Nehisi Coates, einer der profiliertesten schwarzen Intellektuellen der USA:
"Ein schwarzer Präsident würde immer ein Widerspruch für eine Regierung sein, die die meiste Zeit ihrer Geschichte schwarze Menschen unterdrückt hatte. Der Versuch, diesen Widerspruch durch Obama aufzulösen - einem schwarzen Mann mit tiefen Wurzeln in der weißen Welt - war bemerkenswert. Der Preis, den er forderte, unglaublich. Die Welt, in die er mündete, unvorstellbar."

 

Beitrag hören